Welche Angststörungen gibt es?

Die am häufigsten vorkommenden Angststörungen sind:

  1. Panikstörung
  2. generalisierte Angststörung
  3. Agoraphobie (Platzangst)
  4. Soziale Phobie
  5. Spezifische Phobie

Die Panikstörung ist am plötzlichen und unerwarteten Panikanfällen oder -attacken zu erkennen. Diese Attacken sind unvorhersehbar und stehen nicht im Zusammenhang mit einer angstauslösenden Situation. Auch steht die Person nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit anderer. Die vielfältigen Symptome wurden von Ärzten zu einem Symptomkatalog zusammengefasst:

• Engegefühl der Atemnot oder ein Gefühl der Kurzatmigkeit,
• Benommenheit, Schwindel, Unsicherheitsgefühle und die Angst in Ohnmacht zu fallen,
• Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag,
• Schwitzen,
• Zittern oder Beben,
• Erstickungsgefühle,
• Brustschmerzen, Beklemmung,
• Magenschmerzen, Übelkeit,
• Gefühl der Unwirklichkeit,
• Angst, verrückt zu werden oder dieKontrolle zu verlieren,
• Die Angst zu sterben,
• Hitze- oder Kälteschauer.

In der Regel finden sich auch bei sorgfältigster Diagnostik durch den Arzt keinerlei körperliche Erkrankungen, die diese Angstattacken erklären. In der Angst, eine weitere Panikattacke zu erleiden, entsteht eine schwere Erwartungsangst, die Angst vor der Angst.

Die generalisierte Angststörung beginnt im Gegensatz zur Panikstörung meist langsam. Sie ist durch ständig krankhafte Sorge und Befürchtungen, dass einem etwas zustoßen könne, dass ein Unglück geschehe, charakterisiert. Der Betroffene erlebt hier vollkommen übersteigerte und unrealistische Befürchtungen. Er ist einen Großteil des Tages mit nagenden und quälenden Sorgen beschäftigt und schon alltägliche Dinge lösen bei ihm Ängste aus. Als Folge der Angst tritt wieder eine Vielzahl bekannter Symptome auf, wie
Schwindel, Benommenheit, Atemnot, Herzjagen, Oberbauchschmerzen u.a.. Der Betroffene steht ständig unter Hochspannung, hat Schlafstörungen und ist nicht fähig, sich zu entspannen.

Die Agoraphobie (Platzangst) tritt häufig zusammen mit der Panikstörung auf. Sie äußert sich folgendermaßen: Das Empfinden der Angst in Situationen, in denen sich der Betroffene
außerhalb seiner Gewohnten Umgebung aufhält. Hierzu gehört der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen oder unter fremden Menschen, in Menschenmengen, in Kaufhäusern, an der Kasse stehen, in Verkehrsmitteln, Das Hauptmerkmal der Agoraphobie ist also die Angst vor Situationen, in denen eine Flucht nur schwer möglich ist. Der Agroraphobiker ist
ein Meister im Vermeidungsverhalten. Oft verlässt er das Haus nicht mehr, wodurch seine Lebensqualität erheblich eingeschränkt wird.

Die soziale Phobie umfasst unangemessen starke Ängste vor sozialen Situationen, sie, sich in Gegenwart anderer zu äußern, vor anderen zu reden oder zu essen oder in anderer Weise im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Die soziale Phobie beginnt bereits in früher Jugend schleichend und kaum merklich. Erste Anzeichen dieser Angststörung zeigen sich oft aus ausgeprägte Schüchternheit und Zurückhaltung. Zu gravierenden beruflichen und privaten Problemen kommt ist in der Regel bei größeren Lebensveränderungen, wie z.B. nach einer Beförderung, wenn der Betroffenen plötzlich gezwungen ist, zu oder vor anderen Leuten zu sprechen.

Spezifische Phobien schließlich bezeichnen unangemessene und starke Ängste und Angstreaktionen, die sich nur auf bestimmte Tiere, z.B. Spinnen, und auf bestimmt Objekte und Situationen beziehen, z.B. vor Höhen, Tiefen, Gewässern, engen Räumen, selten vor
Blut und Infektionen. Hier steht in der Regel die Vermeidung von Situationen im Vordergrund, die auch zu einer beeinträchtigten Störung des Lebens führen.

Quelle: Hexal Ratgeber Angst, S. Karger GmbH